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Anbau


Standort

Tomaten brauchen viel Sonne und Wärme, optimal ist ein windgeschützter Standort. In Kleingewächshäusern herrscht ideales Klima und die Pflanzen sind vor vielen gefürchteten Krankheiten (z. B. Kraut- und Braunfäule) geschützt, doch auch im Freiland gelingt der Anbau selbst Anfängern. Bei Anbau im Freien sollte man mit dem Auspflanzen bis Mitte Mai warten. Im Gewächshaus ist das Auspflanzen schon ab Mitte April möglich, ohne Schäden durch Frost zu riskieren. Auf den Balkon können die jungen Pflanzen - bei entsprechendem Schutz vor Wind und Wetter - etwa Anfang Mai. Am Besten positioniert man sie zunächst möglichst nahe am Haus, damit sie von der Abstrahlwärme profitieren.

Erde

Bessere Ernte - Erde selbst mischen

Der Nährstoffgehalt, die Zusammensetzung und die Konsistenz des Bodens sind für die Entwicklung und Gesundheit der Tomaten entscheidend (siehe auch Düngen-Erde). Der PH-Wert der verwendeten Erde / des verwendeten Nährmediums sollte zwischen 6 und 7 liegen.

Lehmige Böden (wie etwa in Weinbauregionen) sind für den Anbau als Grundlage optimal, da sie Feuchtigkeit lange halten.

Folgende Mischung hat sich als Nährmedium / guter Boden / gute Erde bewährt:

- 40l Bio-Erde

- 15l Bio-Kompost

- Bio-Hornspäne oder -Hornmehl nach Packungsangaben

Die verbrauchte Erde (Tomaten sind Starkzehrer, brauchen viele Nährstoffe) sollte im nächsten Jahr nicht mehr für Tomaten verwendet werden.

Durch das Ausbringen frischer Erde wird die Nährstoffversorgung garantiert, die Gefahr der Entstehung bodenbürtiger Krankheiten, wie z. B. Nematoden deutlich reduziert.

Die alte Erde kann nach erneuter Düngung für Blumen, Zimmerpflanzen etc. weiterverwendet werden.

Pflanzloch

Die Pflanzlöcher sollten tief ausgehoben werden, damit die jungen Tomaten-Pflanzen ihre Wurzeln tief in die neu ausgebrachte Erde senden können. Ca. 50 - 60cm Tiefe, 30 - 40cm in der Breite sind optimal. Am Boden des Pflanzlochs werden dann zunächst zerkleinerte Brennesseln verteilt, die mit einer Schicht lehmiger Erde (sofern vorhanden) bedeckt werden. Jetzt werden ungefähr 20cm des Pflanzlochs mit frischer Erde aufgefüllt. Ein Topf kann als Füllhilfe im Pflanzloch platziert werden, um die Befeuchtung der Blätter beim Gießen der Tomaten zu vermeiden. Diese Füllhilfe ist auch für die Verwendung von Brennnesseljauche optimal, da die aggressive Lauge die Tomatenpflanzen bei direktem Kontakt angreift.

Alternativ können Töpfe mit einer Größe von ca. 50cm verwendet werden. Auch auf dem Balkon empfiehlt sich die Verwendung von Brennesseln. Verdichtete, lehmige Erde am Boden der Töpfe verhindert das Auslaufen von Wasser während des Gießens. Dennoch müssen Tomatenpflanzen in Töpfen häufiger und intensiver gegoßen werden.

Stütze

Schon vor dem Einpflanzen sollte eine Stütze stabil im Boden verankert werden, damit die Wurzeln später nicht verletzt werden. Klassisch werden lange Holzpfosten in die Erde geschlagen (nach dem Befall durch Krankheiten müssen Holzstützen unbedingt gründlich gereinigt und - nach Möglichkeit - desinfiziert werden), besser sind sogenannte Rankpflanzenhilfe aus Metall. An diesen können die Pflanzen ohne Festbinden nach oben geleitet werden (weniger Verletzungsgefahr), auch die Infektionsgefahr ist geringer. Je nach Sorte der Tomaten sind niedrigere (Buschtomaten mit determiniertem Wachstum), höhere (Stabtomaten mit undeterminiertem Wachstum) oder auch besonders stabile (Fleischtomaten mit besonders schweren Früchten) Stützen erforderlich. Wenn die Pflanzen stark ausgegeizt - also eintriebig in die Höhe gezogen werden - wird nur ein Stab zur Befestigung benötigt. Werden sie nicht bzw. wenig ausgegeizt - also zwei- oder mehrtriebig gezogen - sind mehrere Stützen notwendig (der Ertrag sinkt in diesem Fall, falls die Sorte nicht dafür geeignet ist, z. B.: Stabtomaten -> eintriebig, Wildtomaten -> mehrtriebig).

Einpflanzen

Tomatenpflanzen bilden auch direkt am Fuß Wurzeln. Deswegen sollten sie beim Einpflanzen tief in die Erde versenkt werden. Bei veredelten Pflanzen ist dies leider nicht möglich - hier muss auf die Veredelungsstelle geachtet werden. Bei nicht veredelten Pflanzen entfernt man am besten einige Tage vor dem Einpflanzen die Keimblättchen. Jetzt können die Pflänzchen (Größe mindestens 18cm) tiefer im vorbereiteten Pflanzloch versenkt werden. Viele Gärtner pflanzen schräg ein (zur Stütze), was die Bewässerung ohne Befeuchtung der Blätter erleichtert. Falls Töpfe als Füllhilfen verwendet werden, werden diese Schräg zum Wurzelballen hin positioniert. Anschließend wird das Pflanzloch locker mit dem vorbereiteten Nährmedium aufgefüllt (genaue Zusammensetzung siehe oben: Erde). Nach dem ersten Angießen setzt sich die Erde noch etwas, kann leicht festgedrückt und aufgefüllt werden. Sofern die Pflanze bereits groß genug ist, wird sie bereits an der Stütze befestigt, um Schäden durch zu starken Wind zu vermeiden. Das Auspflanzen sollte im Freiland erst Mitte Mai erfolgen, auf dem Balkon sollte bis Anfang Mai gewartet, im Gewächshaus kann durchaus schon Mitte April gepflanzt werden.

Mischkultur

Petersilie schützt die Tomaten vor der gefürchteten Kraut- und Braunfäule, gilt als sehr guter Mischkultur-Partner. Spinat ist sehr gut zur Regeneration des Bodens geeignet. Auch Kohl, Sellerie, Porree und Zwiebeln eigenen sich sehr dazu in der Nähe von Tomaten angebaut zu werden. Außerdem bringt Mischkultur den Vorteil mit sich, das beim Gießen der Tomatenpflanzen auch die Mischkulturpartner gegossen werden - man spart Wasser.

Gurken und Kartoffeln neben Tomaten zu pflanzen ist nicht optimal: Krankheiten wie die Kraut- und Braunfäule werden leicht übertragen.

Ausgeizen

Je nach Sorte müssen Tomatenpflanzen regelmäßig ausgegeizt werden. Stabtomaten bringen den besten Ertrag, wenn sie eintriebig gezogen werden. Andere Sorten wie Wild- oder Cherrytomaten müssen nicht ausgegeizt werden, benötigen dann aber oftmals mehrere Stützen.

Das Entfernen der Achseltriebe ("Ausgeizen") gibt der Pflanze den Impuls mehr in die Höhe, weniger in die Breite zu wachsen. Dadurch ist es möglich, die Tomatenpflanzen dichter nebeneinander zu pflanzen, der Ertrag pro Quadratmeter steigt. Je weniger man ausgeizt, desto mehr müssen die Tomaten gegossen werden, da das zusätzliche Blattwerk für mehr Verdunstung sorgt.

Die Achseltriebe sollten entfernt werden bevor sie zu groß sind, um Beschädigungen der Pflanze zu vermeiden. Ausgegeizt wird von Anfang an (sofern erforderlich, Höhenwachstum erwünscht), auch wenn die Pflanzen noch sehr jung sind, da somit mehr Kraft für das Wachstum in die Höhe zur Verfügung steht.

Befruchtung

Tomaten-Blüte - Befruchtung auf Balkon im Freiland und Gewächshaus

Im Freiland und auf dem Balkon muss man sich um die Befruchtung keine Sorgen machen: Nützliche Insekten und der Wind sorgen für ausreichende Bestäubung der Blüten.

Im Kleingewächshaus muss man manuell eingreifen, die Bewegungen des Windes simulieren, um die Befruchtung aller Blüten zu gewährleisten.

Im professionellen Bereich werden Hummeln eingesetzt um sicherzustellen, dass in Gewächshäusern - auch bei niedrigen Temperaturen - alle Blüten befruchtet werden.